Gewinnerin 2026
Wir freuen uns sehr, bekannt zu geben, dass Marianne Jungmaier, Autorin von Kontinentaldrift (Otto Müller Verlag), ist der Gewinner des Ilse-Schwepcke-Preises 2026 für Reiseliteratur von Frauen.
Marianne Jungmaier wird den mit 6.000€ dotierten Preis im Rahmen einer Zeremonie auf der Frankfurter Buchmesse entgegennehmen.
Marianne Jungmaier sagte: „Herzlichen Dank an die Jury für die Auszeichnung von „Kontinentaldrift“ mit dem Ilse-Schwepcke-Preis, diesem neuen Literaturpreis, der große Symbol- und Strahlkraft hat. Nicht nur zeichnet er Formen abseits des klassischen Romans aus, die so bereichernd sind und unsere Augen für andere Lebensrealitäten öffnen, er unterstützt auch Schriftstellerinnen, die Grenzen überschreiten. Ich freue mich sehr über diese Wertschätzung und wünsche mir, dass der Schwepcke-Preis noch viele weitere reisende Autorinnen ermutigen und inspirieren wird, ihre Geschichten der Welt zu erzählen”
Von den Jurorinnen
„Die Stärke des Buchs „Kontinentaldrift“ von Marianne Jungmaier ist seine Erzählerin: ihre Beobachtungsgabe, der aufmerksame, offene, empathische Blick auf die Menschen, von denen sie auf ihren Reisen aufgenommen wird. Ob in Armenien, Islamabad, London, Dubai oder Berlin, ob in den Bergen, am Meer oder in der Wüste, ist sie zu Gast bei Freundinnen und Bekannten, und so sind es die menschlichen Beziehungen, die ihre Route vorgeben. Daraus, wie auch durch die präzise, knappe und stimmungsvolle Sprache, entsteht ein sehr zeitgemäßes Gefühl. Dieses Buch ist „klassische“ Reiseliteratur im besten Sinne der teilnehmenden Wahrnehmung einer unbekannten Landschaft, Gegend, Welt und bettet diese gleichzeitig ein in eine politische und gesellschaftliche Realität, die heute jede Reise begleiten muss.”
Kontinentaldrift
Fremde Länder, andere Kulturen, unbekannte Orte: Wer reist, will in Bewegung sein, will entdecken, staunen, lernen. Zwischen Armenien, New York City, Mexiko, London und Pakistan bewegt sich dieser Erzählband, nähert sich unterschiedlichen Regionen der Welt auf poetische Weise, bildreich und voller Farbe. Im Zentrum stehen dabei die Begegnungen mit Menschen, ihre individuellen Geschichten, ihre Verbundenheit mit der uns fremden Heimat. Offen, neugierig und respektvoll tritt die Erzählerin in Austausch – mit der alleinerziehenden Lilit im patriarchal geprägten Armenien, mit Gabriel, der in London Drag Shows organisiert, oder mit Tom, einem deutschen Journalisten, der in Dubai gestrandet ist. Wir entdecken Kathmandu und erkunden die Wälder Nordkaliforniens und Südfrankreichs, immer an der Seite von Fremden, die zu Freunden werden.
Kontinentaldrift ist eine Liebeserklärung an Menschen aus aller Welt, an Länder, Orte und Kulturen. Und es ist eine Einladung: zuzuhören, sich einzulassen, Brüche auszuhalten, Erwartungen abzulegen – um letztlich erfüllt und mit erweitertem Horizont anzukommen.